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Apr 27 2017

Liebe Gemeinde…….

… wir wissen zwar, dass es Euch gibt, aber wir glauben einfach mal, es gäbe Euch nicht wirklich……

So oder ähnlich könnte man die Stellungnahme der Adventisten zum Thema Transsexualität interpretieren.

„Auf seiner Frühjahrssitzung im April hat der Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) eine Erklärung zur Transsexualität verabschiedet, die zur Rückbesinnung auf biblische Aussagen aufruft.“

Na dürfen wir doch mal gespannt sein, was die Adventisten sich für eine Meinung gebildet haben.

Das Statement beschreibt zunächst das Phänomen von Transgender (Geschlechtsdysphorie) und stellt nachfolgend diesbezüglich zehn biblische Prinzipien dar. «Das Letzte, was wir im Sinn haben, ist Menschen von Christus und der Kirche wegzujagen.

Liebe Adventisten, ich finde es ja schon löblich, dass ihr euch mit dem Thema Transsexalität und Transidentät überhaupt beschäftigt. Aber im gleichen Atemzug von einem “ „Phänomen“ zu sprechen, ist doch wirklich nicht nötig – oder?

Ein Phänomen ist in der Erkenntnistheorie eine mit den Sinnen wahrnehmbare, abgrenzbare Einheit des Erlebens… Und wirklich – wir sind wahrnehmbar, scheinbar jedoch für die Meinungsbildner eurer Altäre wirklich auch aus abgegrenzte „Einheit“. Wenn man die Augen beim Gebet oder einfach zwischendurch in der Kirche oder auf der Straße öffnet, würde man das was ihr als Phänomen bezeichnet, als lebendigen Bestandteil der Gesellschaft wahrnehmen können.

Aber lesen wir doch erst mal weiter…..

Bibel kennt Prinzipien zu Führung und Beratung für Transsexuelle
Die steigende Wahrnehmung der Bedürfnisse und Herausforderungen von Transsexuellen und der Aufstieg von Transgender-Themen zu zentraler Stellung in der Gesellschaft weltweit werfen wichtige Fragen nicht nur für Betroffene des Transgender-Phänomens, sondern auch für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf.

Ohh …. das ist ja echt interessant. Kann mir mal einer von Euch verraten, warum wir Fragen aufwerfen? Meint ihr, wir beten rückwärts ? Vermutlich würde Euch nicht einmal auffallen, wenn ein „Phänomen“ während der Andacht unter Euch sitzt.

 

Während die Kämpfe und Herausforderungen derjenigen, die sich als Transsexuelle bezeichnen, einige Gemeinsamkeiten mit den Kämpfen aller Menschen aufweisen, erkennen wir die Einzigartigkeit ihrer Situation und die Begrenztheit unseres Wissens in spezifischen Fällen an. Dennoch glauben wir, dass in der Bibel Prinzipien zu Führung und Beratung für Transsexuelle und für die Kirche zu finden sind, die menschliche Konventionen und Kultur übersteigen.

Jetzt dreht sich mir aber wirklich der Absatz….. Ihr schreibt in eurem eigenen Statment, dass ihr glaubt zu wissen, dass es in der Bibel Prinzipien zur Führung und Beratung transsexueller Menschen gibt? Aha – mal ehrlich, wer von Eueren Theologen hat da beim Studium sowiel Fehlzeiten gehabt, dass er das Büchlein nicht zu Ende lesen konnte? Entweder man glaubt oder man weiß es. Also da müssen wir doch mal Oblaten zum Rotwein geben  – oder?

Im übrigen – es dürfte doch Gott letztendlich völlig Schnurps sein, wer da zwischen Euch sitzt und gemeinsam mit Euch betet. Ich vermute ja fast, Gott hätte seine Freude daran, mal jemanden Neuen in Euerem Kreise zu sehen. Aber nö – da gibt es an der Kirchentür mal wieder ein paar Gottangestellte, die darüber sinnieren, wie man führt und beraten kann, könnte oder wie auch immer. Sagt mal ehrlich, habt ihr an den Türen Eurer Gebteskantinen eigentlich Türsteher ? Ich meine, wenn ihr Euch so Gedanken über eventuell vorhandene (und bis jetzt nicht gefundene) Prinzipien in der Bibel macht, wäre es doch ein unkalkulierbares Wagnis für Euch, einen transsexuellen oder transidenten Menschen so führungslos eintreten zu lassen und vielleicht gefahr zu laufen, dass dieser Mensch noch selbstbestimmt betet…..

Also liebe Gemeinde….. lasst uns beten. Erleuchtung kann ja auch seit der Erfindung der Glühbirne punktuell kommen.

Anmerkung: Ich habe grundsätzlich nichts gegen eine Religion, aber ich eine Religion nur soweit achten und respektieren, wie diese mich als Mensch respektiert.


Link zum Orginaltext: http://www.jesus.ch/magazin/gesellschaft/christen_in_der_gesellschaft/308101-adventisten_verabschieden_stellungnahme_zur_transsexualitaet.html

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Über den Autor

Daniela Thomä

Jahrgang 64, Studium Sozialpädagogik,
seit 2013 in Braunschweig, in einer glücklichen Beziehung, 2 Kinder
Gründerin von www.gender-bs.de

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