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Vorreiter Hannover? Gendergerechte Sprache in Behörden

Im vergangenen Jahr wurde nun das Aus der Vorzeigeveranstaltung in Hannover verkündet – die Cebit ist Geschichte. Der Fußballverein Hannover 96 versucht schon seit längerem das Bundesligafeld von hinten aufzurollen und bringt jedes Jahr seine Fans in einen wahren Zitteralptraum. Ach ja – und VW, einer der größten Arbeitgeber (nicht nur) in Hannover will sparen und Arbeitsplätze abbauen.

Trotz aller Hiobsbotschaften aus Wirtschaft, Politik und Bahnhof (dort streikt ja nicht nur der Lokführer ofters sondern eben auch die Technik) katapultiert sich die Stadt an die unangefochtene Spitze der Genderbewegung: Sämtlicher offizieller städtischer Schriftverkehr, so heißt es in einer Presseerklärung, alle E-Mails, Presseartikel, Broschüren, Formulare, Flyer und Briefe, muss künftig in „geschlechtergerechter Verwaltungssprache“ formuliert sein.

WOW – damit überholt das Rathaus Hannover sogar den Sitz der Landesregierung von Hannover. Am 05. Januar 2019 hatte ich dort die Anfrage an das Innenministerium gestellt, wie man sich nun den behördlichen Schriftverkehr vorstelle. Mit der gesetzlichen Fixierung der „dritten Option“ (divers) dürfte sich das bisherige Vokabular mit „Frau“ und „Herr“ überholt haben. 

Offensichtlich herrscht dabei auch Ratlosigkeit in den kommunalen Behörden des Landes – ich wage mal an dieser Stelle zu behaupten, dass auch softwareseitig sicher noch einige Herausforderungen geben wird.

Doch nehmen wir uns einfach mal die Stadt Hannover als Vorbild:
„Aus Lehrern werden in Hannover also Lehrende, aus Wählern Wählende, aus Teilnehmern Personen. Auch das Rednerpult wird abgeschafft und, zumindest verwaltungssprachlich, durch ein Redepult ersetzt. Vielfalt sei Hannovers Stärke, begründet Oberbürgermeister Schostok die neue, für die 11.000 Mitarbeiter der Stadt verbindliche Regelung. Diesen Grundgedanken „auch in unserer Verwaltungssprache zu implementieren“, so Schostok, sei „ein wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen“.

Im Zweifel, wenn sich keine geschlechterneutrale Formulierung finden lasse, dürfe zu diesem Zweck auch das Gender-Sternchen zum Einsatz kommen. Die Dezernent*innenkonferenz, so heißt es beispielgebend in einer Presseerklärung der Stadt, habe den vom Referat für Frauen und Gleichstellung erarbeiteten Empfehlungen bereits unter ihrer neuen und damit geschlechtergerechten Bezeichnung zugestimmt. Der sogenannte Gender-Star diene in solchen Fällen als „sprachliches Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten“.“

Vorname ersetzt „Herr“ und „Frau“

Für die Bürger werden die Änderungen unter anderem in der Korrespondenz mit der Stadt sichtbar. Künftig sollen sie nicht mehr mit „Herr“ und „Frau“, sondern mit Vor- und Nachnamen angeredet werden. Auch die Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ gehört laut der Empfehlung der Vergangenheit an. Wenn möglich, soll sie durch andere Anreden wie „Guten Tag“ oder „Liebe Gäste“ ersetzt werden. Eine Ausnahme könne aber gemacht werden, wenn dies in bestimmten Kontexten „(zurzeit noch) unangemessen“ sei.

So einfach kann es sein ….

Flyer_Geschlechtergerechte_Sprache_Hannover

Auch wenn es einigen Braunschweigern schwer fallen dürfte, aber hier darf man schon einmal applaudieren. 

Von mir ein „Like“ nach Hannover.

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