Mai 07 2017

Was eine Transsexuelle allen (homophoben) Menschen sagen will

Ich erinnere mich, wie ich beim Psychiater saß und er mich nach meinem Alltag im Kindergarten ausfragte. Ich erzählte ihm, dass ich mich anders fühlte als die anderen Kinder. Wie ich gerne Vater-Mutter-Kind spielen wollte, aber von den anderen weggeschubst wurde, wie viel Angst ich vor den Spielen der Jungs hatte, und wie ich manchmal Selbstmordgedanken hatte.

Er brachte mich raus, bat meine Mutter ins Zimmer und teilte ihr mit, dass ich in ernsthaften Schwierigkeiten stecken würde. Ich müsse mich behandeln lassen, wahrscheinlich mit Medikamenten, und möglicherweise in einer Klinik.

Ähnliche Situationen kennen sicher viele Betroffnene – zum einen ist da der (noch) vorhandene Gutachterzwang für transsexuelle (respektive transidente) Menschen; zum anderen fehlt es scheinbar an fachlich versierten Gutachtern und Psychatern.

Mattie Lents berichtet in ihrem Beitrag über ihre eigenen Erfahrungen und den Umgang mit ihren Umfeld.

Es war schwierig für meine Eltern – das ist es manchmal heute noch – zwischen ihrem Wunsch, mich tun zu lassen, was mich glücklich machen würde, und dem Drang, mich in traditionell männliche Verhaltensmuster zu zwingen, abzuwägen, damit ich sicher und sozial akzeptiert werde.

Aus ihrem Konflikt konnte ich wertvolle Schlüsse ziehen, auf Basis derer ich Ratschläge geben kann, wie man sich solchen Herausforderungen stellt.

 

Link zum Artikel: http://www.huffingtonpost.de/mattie-lents/sexualitat-gender-transsexualitat-transsexuell_b_15658586.html


 

Und was inzwischen auch kein Geheimnis mehr ist – es gibt eine Vielzahl von Gender. Dieses Bewußtsein reift langsam in den Köpfen der Menschen. „Wenn du glaubst, es gibt nur zwei Gender – Mann und Frau – dann wirst du den Eindruck haben, dich in deinem sozialen Auftreten für eines entscheiden zu müssen. Aber das musst du nicht.“ – mit dieser Einsicht dürfte sicher vielen transidenten und transsexuellen Menschen der eigene Weg einfacher gemacht werden. Und es liegt sicher an jeden Einzelnen, aus den Möglichkeiten das für sich Beste zu finden und umzusetzen.

Auch wenn immer wieder von kleineren transsexuellen Gruppierungen die Aussage in den Raum gestellt wird, für „echte“ Transsexuelle sei die geschlechtsangleichende OP das Maß aller Dinge, so ist diese Ansicht inzwischen hoffnungslos überholt. Es gibt durchaus eine Vielzahl transsexueller Menschen, die aus den verschiedensten Gründen sich gegene eine solche OP entschieden haben. Diese persönlichen Entscheidungen sind grundsätzlich und eingeschränkt  zu respektieren.

 

Quelle: Umfrageergebnisse von Gender-BS 2016

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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