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Aug 21 2013

X, Y .. und nun auch Z ?

schmetterlingNun ist es also fast Realität – Deutschland teilt sich nicht mer allein in Mann und Frau. Was für die einen eine moralische Apokalypse ist, ist für andere der Anbeginn eines neuen Denkens.

Geschlecht im Alltag

Die Festlegung auf ein Geschlecht hat die Gesellschaft schon immer geteilt – wir haben uns um Toiletten genau so gruppiert wie in Berufen, Farben oder bei Spielzeug; die Zuordnung zu Mann und Frau hat uns mit einer vielzahl von gesellschaftlichen Dogmen im Alltag überschwemmt  und letztlich gefangen gehalten bzw genommen.

Mit der Zuordnung zu einem Geschlecht wurden uns Denk- und Verhaltensweisen von Kindesbeinen an antrainiert – als Baby bekamen wir blaue oder rosafarbene Strampelanzüge, wurden zwischen Autos oder Puppen gesetzt; wurden im Schulsport unterschiedlichen Leistungskriterien unterworfen und man verlangte „typische“ Verhaltensmuster.  Ob diese Aufteilung in eine Gesellschaft mit zwei Kategorien von Menschen wirklich Sinn macht, ist erst in den letzten Jahren begonnen wurden zu hinterfragen.

So wurde begonnen im Berufsleben diese Trennung von Männer- und Frauenberufen (oder sollte ich eher Klischees sagen?) aufzuweichen. So wurde unter anderem der sogenannte Girls-Day ins Leben gerufen – eine Initiative von Politik und Wirtschaft, bei der Mädchen gezielt auf sogenannte Männerberufe aufmerksam gemacht werden sollen. Erst später kam dann der Boys-Day dazu. Fragen wir einmal, ob dies wirklich Sinn macht oder ob man hier nur Genderklischees politisch untermauert. Warum macht man nicht einfach einen Berufetag für Jugendliche – welchen Sinn macht die Unterteilung in männlich und weiblich?

Es dürfte ja inzwischen auch hinreichend unter Beweis gestellt worden sein, dass die Ausübung vieler Berufe nicht geschlechtsabhängig sind; allein die Ausübung ist mitunter „gewöhnungsbedürftig“, weil wir eben gewohnt sind in Geschlechterstrukturen zu denken.

Die Sinnhaftigkeit der Einteilung

Immer wieder frage ich mich, wo es einen Sinn macht, die Menschen in genau zwei Kategorien Männlich|Weiblich einzuteilen. Genau diese Einteilung war doch bisher der Grund, warum erst Frauen um ihre Gleichstellung kämpfen mussten und nun die Männer langsam gleiches tun müssen.

Wo also würde es im gesellschaftlichen Leben Einschränkungen geben, wenn man nicht diese zwei Kategorien hätte?

Stell Dir vor:

  • es gäbe keine Geschäfte für Damen- und Herrenkleidung sondern nur noch Bekleidungsgeschäfte
  • es würde Dich auf dem Standesamt / Kirche niemand vor einer Hochzeit fragen, wem Du heiraten möchtest
  • es würde keine Schlangen vor Damentoiletten mehr geben, weil es nur noch Toiletten gäbe
  • Du könntest an heißen Sommertagen einfach ein bequemes Kleid auf Arbeit anziehen statt eines unbequemen Anzuges
  • Du im Beruf nicht ständig Dich rechtfertigen musst, weil Du in einem „untypischen“ Beruf arbeitest
  • Du könnest einfach nur Du selbst sein

 

 

 

 

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Über den Autor

Daniela Thomä

Jahrgang 64, Studium Sozialpädagogik,
seit 2013 in Braunschweig, in einer glücklichen Beziehung, 2 Kinder
Gründerin von www.gender-bs.de

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